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Aufguss

Der Aufguss

Für viele Besucher Höhepunkt eines Saunaganges, für andere ein Grund zur Flucht aus dem Saunaraum. Grundsätzlich gilt jedoch, dass von den positiven gesundheitlichen Wirkungen her ein Saunabad auch ohne Aufguss voll wirksam ist.

Was passiert beim Aufguss?

Wenn das auf die heißen Steine gegossene Wasser verdampft, verändert sich schlagartig das für die Sauna charakteristische Klima mit seiner geringen Luftfeuchte. Die Luft in der Kabine wird durch den Aufguss allerdings nur kurzzeitig angefeuchtet, da die ständige Lufterneuerung schnell für einen Ausgleich sorgt. Zudem nehmen die Holzwände ebenfalls etwas Feuchtigkeit aus der Luft auf.

Wenn der Dampfstoß auf die Haut der Badenden trifft, schlägt sich der Wasserdampf auf die Haut nieder, er kondensiert. Dadurch verstärkt sich die Wärmeempfindung des Badenden.

Die Wärme des Wasserdampfes wird noch intensiver wahrgenommen, wenn der Aufgießer mit einem Tuch „wedelt“. Dabei wird die vom Ofen aufsteigende heiße Luft zum Badenden hin gewedelt. Durch diese Luftbewegung wird außerdem die über der menschlichen Haut ruhende Haftschicht fortgerissen, die wie eine Isolationsschicht wirkt. Die heißere Raumluft trifft jetzt ungehindert auf die Haut.
 

Foto: Klafs Saunabau GmbH & Co. KG 

Den gleichen Zweck erfüllen die in Finnland weit verbreiteten Birkenquaste, mit denen die Badenden sich beklopfen. Der heiße Dampf beim Aufguss wird so an den Körper herangeholt und die Haftschicht über der Haut weg geschlagen. Wegen der Verschmutzung durch die abfallenden Birkenblätter, aber auch wegen des Mangels an Birkengrün hat sich diese finnische Sitte bei uns in öffentlichen Saunabädern nicht durchsetzen können. Für den Gebrauch in der Privatsauna kann man Birkenreisige allerdings im Saunazubehörhandel kaufen. Sie werden getrocknet und gebunden importiert und müssen vor Gebrauch in Wasser eingeweicht werden.


Aufgusskonzentrate
Das Aufgusswasser wird in der Regel mit einigen Tropfen ätherischer Öle versetzt, um beim Dampfstoß eine Duftwirkung zu erzielen. Roch es früher in den Saunakabinen meist nach Latschenkiefer, so reicht die Palette heute von Eukalyptus und Minze bis hin zu Fruchtnoten und Kompositionen unterschiedlicher Düfte. Neben einem belebenden, erfrischenden oder Entspannung fördernden Einfluss liegt die Bedeutung der Zusätze im Aufgusswasser im Wesentlichen in ihrem angenehmen Geruch.

Zu unterscheiden ist zwischen drei unterschiedlichen  Duftstoffen:

1. Natürliche ätherische Öle

Werden direkt aus den Pflanzen gewonnen. Sie sind wegen der aufwändigen Ernte der Pflanzen- und Fruchtbestandteile teuerer als synthetisch hergestellte Duftstoffe.
2. Naturidentlische Duftstoffe
Werden künstlich exakt nach dem Vorbild der Natur hergestellt. Die Palette der Duftkompositionen ist sehr breit.
3. Synthetische Duftstoffe
Hierbei handelt es sich um Öle, die in der Natur nicht vorkommen, da diese Pflanzen (z.B. Flieder, Maiglöckchen, Lilie) ihr Duftbouquet nicht abgeben.

Zur Anwendung kommen sollten vor allen Dingen natürliche ätherische Öle. Bei ihnen ist der Einfluss auf die körperlich-seelische Verfassung weitgehend bekannt. Auf den Einsatz von synthetischen Duftstoffen sollte man nach Möglichkeit verzichten. Hier wurde bislang noch nicht gründlich erforscht, ob nicht bei der Herstellung ungünstige Nebenprodukte entstehen könnten.

Noch ein wichtiger Hinweis
Geben Sie das Aufgusskonzentrat niemals direkt auf die Ofensteine, sondern verdünnen Sie es stets mit Wasser. Wenn Sie das Konzentrat direkt auf die Steine schütten, kann schnell eine Stichflamme emporschießen oder es kann zu einer Verpuffung kommen. In der Zeitung kann man in regelmäßigen Abständen von solchen Vorfällen lesen, bei denen Badende böse Verbrennungen erlitten haben. In öffentlichen Saunabädern werden die Aufgüsse ohnehin nur von eingewiesenem Personal durchgeführt. Deshalb sind die Aufgüsse dort sicher und erlebnisreich.